Besucherverhalten in Gedenkstätten mit doppelter Vergangenheit

Forschungsprojekt

Besucherverhalten in Gedenkstätten mit doppelter Vergangenheit

Das Projekt hat die Aufgabe, auf dem Hintergrund der Diskussion über konkurrierende Vergangenheiten am Beispiel der Gedenkstätten Sachsenhausen und Buchenwald die Wahrnehmung der verschiedenen Zeitschichten (Konzentrationslager der NS-Zeit, Speziallager der Nachkriegszeit, DDR-Gestaltung, zu denen es jeweils Ausstellungen in den Gedenkstätten gibt), die Beurteilung ihres Verhältnisses und ihrer Relevanz für die Gegenwart zu untersuchen. Näher zu bestimmen ist, inwieweit die Perzeptionsmuster beim Besuch der Ausstellungen mit Alter, Bildungsgrad, ost- oder westdeutscher oder ausländischer Herkunft und politischer Position korrelieren. Das Projekt soll Erkenntnisse liefern zum gegenwärtigen Geschichtsbewusstsein, insbesondere zum Umgang mit der NS-Zeit und dem doppelten Erbe der DDR (Repression und Antifaschismus), zum konkreten Besucherverhalten und zur Geschichtsdidaktik. Die Empirie stützt sich auf Fragebögen zum Besuch der Gedenkstätten, Intensivinterviews mit Gedenkstättenmitarbeitern und -besuchern sowie Besucherbuchauswertungen.

Das Projekt wird für die Jahre 2007 und 2008 von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert. Begonnen wurde das Projekt im zum Jahresende 2007 geschlossenen Forschungsinstitut Arbeit, Bildung, Partizipation. Das Institut für soziale Bewegungen hat die Trägerschaft für das Jahr 2008 übernommen.

Mit fachkundiger Beratung durch Prof. Dr. Bernd Faulenbach (Geschichtsdidaktik und -kultur) und Prof. Dr. Klaus Harney (Empirie) arbeiteten in dem Projekt

Franz-Josef Jelich (Projektleiter),
Susanne Hantke (wiss. Mitarbeiterin)