Neues aus dem Archiv

Januar 2019

Bereits im April 2018 hatte Alfred Wolfrom dem Archiv das autobiographische Manuskript seines Großvaters Vincentius Gozdzikowski überlassen. Das Manuskript ist nun zusammen mit einem Transkript auch online auf unserer Seite Fundstücke zu finden. 

 

Dezember 2018

Die Bearbeitung der Pläne des Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk (SVR), die im laufenden Jahr im Rahmen eines Projekts restauriert wurden, das von der Koordinierungsstelle für Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) gefördert wurde, ist abgeschlossen. Die Pläne sind zurück im Archiv und werden verpackt. Die Pläne werden dabei nach Größenklassen sortiert in Umverpackungen gelegt, jedes Kartenblatt wird dabei mit einer Zwischenlage aus Papier, das den PAT-Test bestanden hat, abgedeckt.

 

Recherchieren lassen sich die Pläne in unserer Online-Datenbank unter:

 

http://134.147.239.79/start.fau?prj=AHGR

 

Weitere Hilfen zur Recherche finden Sie auf:

 

http://www.isb.rub.de/ahgr/recherche.html.de

 

Von den insgesamt 1.373 Stück Plänen wurden bislang 737 einzeln erschlossen. Von den Plänen liegen im Archiv Fotografien vor; diese sind allerdings online nicht einsehbar.

 

1. Mai 2018

Der Bezirk Recklinghausen der IG BCE zeigte bei seiner Feier zum 1. Mai die vom Archiv erstellte Ausstellung mit dem Titel „‘Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘‘. Der Marsch nach Bonn 1959“.

 

Die Ausstellung kann nun von Gliederungen der IG BCE kostenfrei ausgeliehen werden. Alle Informationen dazu sind im verlinkten Flyer zu finden.

 

 

 

25. April 2018

Alte Pläne in neuem Glanz – Ruhrgebiets-Stiftung restauriert und archiviert für den RVR historische Pläne und Akten

 

Essen/Bochum – 25. April 2018. In Vorbereitung auf das 100-jährige Bestehen des Regionalverbandes Ruhr (RVR) im Jahr 2020 intensiviert der Verband die bestehende Zusammenarbeit mit dem Archiv im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum. Insgesamt hat der Verband 80 Regalmeter Akten und mehr als 1.000, teils sehr großformatige Karten und Pläne in jüngster Vergangenheit an das Archiv übergeben. An rund 370 Plänen nagt der Zahn der Zeit und auch der Schimmelbefall ist so stark, dass diese intensiv konservatorisch behandelt werden müssen. Die Pläne aus den Jahren 1921 bis 1951 sind größtenteils Anlagen zu Beschlüssen des Verbandsausschusses.

 

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel weiß die Zusammenarbeit mit dem Archiv in Bochum zu schätzen, um Geschichte erlebbar zu machen: „Die dynamische Entwicklung des Ruhrgebiets gerade in den 20 Jahren nach der Gründung des Verbandes und in den Jahren des Wiederaufbaus lassen sich eindrucksvoll anhand der historischen Karten und Pläne nachvollziehen.“ Professor Stefan Berger, Direktor des Instituts für soziale Bewegungen, betont die historische Bedeutung der anvertrauten Dokumente: „Die einzigartigen Unterlagen belegen nicht nur die über die Region hinaus bedeutsamen Leistungen des Verbandes, sondern sind auch einzigartige Dokumente für die Geschichte der Raum- und Landesplanung im Ruhrgebiet und des Landes NRW.“

 

So hat der RVR in der Vergangenheit wichtige Verkehrswege und Autobahntrassen geplant. Und der Verband hat ebenfalls die große Bedeutung von Grünzügen erkannt und deren Erhalt gesichert. Diese durchlaufen die Region von Nord nach Süd und sind noch heute zentrale Frischluftschneisen, um kühlere Luft in die Städte im Ballungskern zu transportieren. In den 90erJahren entwickelte der RVR die Route der Industriekultur mit ihren 26 Ankerpunkten – heute das touristische Alleinstellungsmerkmal der Region. Derzeit erarbeitet der Verband den neuen und ersten einheitlichen Regionalplan Ruhr seit mehr als vier Jahrzehnten.

 

Die an das Archiv im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets übergebenen, von Schimmel befallenen Pläne werden mit Mitteln der Stiftung, des RVR und mit Fördermitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Kulturstiftung der Länder (KSL) und der Koordinierungsstelle für Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) aufwendig restauriert und für eine zukünftige Nutzung wiederhergestellt. Als Eigenanteil für das Restaurierungsprojekt stellt der Regionalverband Ruhr 13.000 Euro zur Verfügung. Der Leiter des Archivs, Dr. Alexander J. Schwitanski, unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Die Förderung erlaubt uns, authentische Dokumente zu retten, auf deren Basis ein umfassenderes Bild der Arbeit des Verbandes und der Gestaltung des Ruhrgebiets gezeichnet werden kann. Ohne die Förderung wären diese Quellen teilweise unwiederbringlich verloren gegangen.“

 

Nach der Restaurierung und Erschließung wird der Archivbestand des RVR im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets für die Öffentlichkeit und für Projekte aus Wissenschaft und Forschung zur Verfügung stehen.

 

Zu den Förderprogrammen: www.kek-spk.de und

http://schriftgutschuetzen.kek-spk.de/

 

3. März 2018

9. Tag der Archive im Archiv im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets

 

Zum ersten Mal nahm das Archiv im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum am 3. März 2018 am Tag der Archive teil. Die Veranstaltung „Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‘“ – Der Marsch nach Bonn 1959 erinnerte unter dem Rahmenthema Demokratie und Bürgerrechte an die bis dahin größte Demonstration in der Hauptstadt der jungen Bundesrepublik. Das Abflauen der Wiederaufbaukonjunktur, die wachsende Bedeutung von Heizöl und gestiegene Importe von Kohle hatten in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zur sogenannten Kohlekrise geführt: nachlassender Absatz der Kohle führte zu Zechenstilllegungen und Entlassungen von Bergarbeitern sowie unbezahlten Feierschichten und damit zu sozialer Verunsicherung. Nach mehreren Protestkundgebungen innerhalb des Ruhrgebiets rief die Gewerkschaft zu einer Großdemonstration in Bonn auf, um die Bundesregierung zu einem politischen Eingreifen im Sinne des Bergbaus und der Bergleute zu bewegen.

 

Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets hatten die Gelegenheit, sich der Thematik anhand zweier von der IG Bergbau produzierten Filme sowie einer Ausstellung von Bild- und Textdokumenten aus Akten der Gewerkschaft im Archiv des Hauses zu nähern. Diese wurde ergänzt durch Passagen aus Videointerviews, die im Rahmen des Oral History-Projekts Menschen im Bergbau geführt und im Archiv im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets gesichert werden.

 

Nach der Vorführung der Filme ergab sich eine lebhafte Diskussion, die immer wieder das Erstaunen der Besucherinnen und Besucher über die minutiöse Organisation der Demonstration mit ca. 60.000 Teilnehmenden zeigte – ein Punkt, der auch schon in der zeitgenössischen Wahrnehmung hervorragte und den Journalisten Werner Höfer von einer „Herrenpartie“ sprechen ließ. Gerade die Akten als Steuerungsinstrumente der Organisation geben daher Einblick in eine bestimmte Form der Protestkultur und stellen damit die Geschichte des Marschs nach Bonn in den größeren Zusammenhang bundesrepublikanischer Protest- und Demokratiegeschichte.